1970 Seminar zur Vorbereitung der Gruendung von HIFA in Kueb
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55 Jahre HIFA – Hilfe für Alle 

Heuer feiert HIFA sein 55-jähriges Bestehen. Das ist ein Meilenstein und ein guter Zeitpunkt, um zurückzuschauen. HIFA entstand nicht am Schreibtisch, sondern mitten in einer der größten humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Während des Biafra-Krieges in Nigeria begann 1969 eine Geschichte, die bis heute Menschen Hoffnung schenkt und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen möchte.

Was zunächst mit konkreter Hilfe für hungernde Menschen in der Biafra-Region begann, entwickelte sich 1971 zur Organisation HIFA – Hilfe für alle. Aus einem bescheidenen Anfang, einer kleinen Hühnerfarm, entstand im Laufe der Jahrzehnte eine Organisation, die zahlreiche Entwicklungs- und Hilfsprojekte in Südostnigeria und darüber hinaus verwirklichen konnte.

Eine Begegnung, aus der Hilfe entstand

Aaron und Adolf

Am Anfang von HIFA stand die Begegnung zweier Menschen: Rev. Fr. Dr. Aaron Ekwu († 1989) und Adolf Paster († 2022). Bereits 1969 begannen sie gemeinsam, die hungernde Bevölkerung der Biafra-Region während des Bürgerkriegs zu unterstützen.

Aaron Ekwu war in seiner Heimat als „Vater der Armen“ bekannt. Er war ein Mann von großem Mitgefühl, tiefem Verantwortungsbewusstsein und unermüdlichem Einsatz für Menschen in Not. Seine humanitäre Arbeit in der Biafra-Region trug wesentlich dazu bei, dass Tausende Menschen überleben konnten.

Auch angesichts schwierigster Bedingungen und immer wiederkehrender Rückschläge ließen sich Ekwu und Paster nicht entmutigen. Was sie verband, war die Überzeugung, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Leben in Würde und auf eine Zukunft voller Hoffnung hat.

Aus Überzeugung wurde ein Lebenswerk

1971 gründeten Adolf Paster und seine Frau Martha Paster den Verein HIFA. Adolf Paster war von 1971 bis 2013 Präsident und blieb bis zu seinem Tod Ehrenpräsident von HIFA.

Gemeinsam mit seiner Familie traf er damals eine außergewöhnliche Entscheidung: Er gab seinen Beruf als Verlagsmanager auf, um sich ganz der Hilfe für die „Ärmsten der Armen“ zu widmen. Ein Jahr lang lebte die Familie vollständig ohne Einkommen. Auch danach verzichtete Adolf Paster auf den guten Verdienst, den er vor seinem Engagement gehabt hatte.

Diese Entscheidung war mehr als ein beruflicher Schritt. Sie war Ausdruck einer tiefen persönlichen Überzeugung: Hilfe beginnt dort, wo wir bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Hilfe zur Selbsthilfe

HIFA – Hilfe für alle – ist ein christlich orientierter Verein für Entwicklungszusammenarbeit und Hilfsprojekte. Die Organisation ist finanziell unabhängig von Staat und Kirche, sucht jedoch in den Einsatzgebieten die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.

Die Projekte werden gemeinsam mit den ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen vor Ort in Nigeria und Uganda entwickelt und umgesetzt. Die Boards vor Ort schlagen Projekte und Patenschaften vor, die anschließend in Österreich geprüft werden.

Das Team in Österreich begleitet und unterstützt die Arbeit kontinuierlich. Durch regelmäßige Reisen in die Projektgebiete können die Entwicklungen persönlich überprüft werden. Zusätzlich erreichen HIFA laufend Monitoring-Berichte der unabhängigen Kontrollorgane vor Ort, die direkt dem österreichischen Team unterstellt sind.

So entsteht eine Verbindung, die für HIFA besonders wichtig ist: Menschen in Österreich helfen Menschen vor Ort – gemeinsam mit ihnen und nicht über ihre Köpfe hinweg.

26.000 Schulpatenschaften und unzählige Projekte

Dank der großzügigen Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender und des Engagements unzähliger Menschen konnte HIFA in den vergangenen Jahrzehnten rund 26.000 Schulpatenschaften ermöglichen.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Projekte in den Bereichen Medizin, Handwerk, Bildung, gesundes Wasser und Landwirtschaft in Nigeria, Uganda und Tansania entwickelt, begleitet und erfolgreich abgeschlossen.

Hinter jeder Zahl stehen Menschen und ihre persönlichen Geschichten: Kinder, die durch Bildung neue Chancen bekommen; Familien, die durch landwirtschaftliche Projekte ihre Ernährung sichern können; und Menschen, denen medizinische Hilfe oder eine berufliche Perspektive ein selbstbestimmteres Leben ermöglicht.

Mit neuer Kraft in die Zukunft

Festus Imarhiagbe

Bei der Generalversammlung 2025 wurde Dipl.-Ing. Festus Imarhiagbe aus Prottes zum neuen Präsidenten von HIFA gewählt.

Festus Imarhiagbe absolvierte an der Universität für Bodenkultur Wien ein Studium der Agrarökonomie mit Schwerpunkt landwirtschaftliche Produktion und Management. Seine fundierte Ausbildung legte den Grundstein für seine berufliche Tätigkeit im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft und humanitären Entwicklungsarbeit.

Mit seiner langjährigen Erfahrung im Agribusiness setzt HIFA erneut einen besonderen Schwerpunkt auf landwirtschaftliche Projekte. Im Mittelpunkt steht dabei der HIFA-Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“: Menschen sollen nicht nur kurzfristig Unterstützung erhalten, sondern langfristig die Möglichkeit bekommen, ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft zu verbessern und Ernährungssicherheit für ihre Familien und Gemeinschaften zu schaffen.

Ein Vermächtnis, das weiterlebt

Mehr als fünf Jahrzehnte nach den Anfängen während des Biafra-Krieges lebt die Idee von HIFA weiter. Was einst mit einer kleinen Hühnerfarm und dem Wunsch begann, hungernden Menschen zu helfen, ist zu einem weitreichenden Netzwerk von Menschen geworden, die Verantwortung übernehmen und gemeinsam Zukunft gestalten.

Dabei bleibt das Vermächtnis des Gründers Adolf Paster lebendig: „Vom Reden allein wird niemand satt.“

Deshalb hilft HIFA dort, wo Hilfe gebraucht wird – mit Herz, mit Verantwortung und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

HIFA – Hilfe für Alle – We Together.

www.hifa.at

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